Die Verbandsgemeindewerke Simmern-Rheinböllen sichern im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser, die Abwasserbeseitigung sowie eine nachhaltige Energieversorgung durch Nahwärmenetze. Die Werke, die zum 01.01.2026 in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt wurden, stehen dabei vor großen Herausforderungen: Die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre haben großen Einfluss auf die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung sowie auf die umweltgerechte Ableitung und Aufbereitung des Abwassers.
Diese Aufgaben sind in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Um der Wasserknappheit, die durch lange Trockenperioden und sinkende Grundwasserpegel entstehen kann, vorzubeugen, werden neue Wassergewinnungsanlagen erschlossen sowie bestehende Brunnen regeneriert oder reaktiviert. Gleichzeitig rücken Versorgungsverbünde in der Trinkwasserversorgung als umfassende Krisenvorsorge immer stärker in den Fokus. Oberstes Ziel ist dabei die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser.
Im Bereich der Abwasserbeseitigung steigen die Anforderungen unter anderem aufgrund von häufiger auftretenden Starkregenereignissen. Aber auch die rechtlichen und bürokratischen Hürden werden größer. Im Bereich Energieversorgung wird durch den Betrieb von Nahwärmenetzen in mehreren Ortsgemeinden sowie in den Städten Simmern und Rheinböllen eine nachhaltige und kostengünstige Versorgung der Bevölkerung ermöglicht.
Die Verbandsgemeindewerke beschäftigen insgesamt rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. Aufgrund der Betriebsgröße sind die vorhandenen Büroflächen im Rathaus bereits seit längerer Zeit nicht mehr ausreichend. Materiallager und Sozialräume entsprechen ebenfalls nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Auch die Kernverwaltung der Verbandsgemeinde hat mit Platzmangel sowie mit der Sanierungsbedürftigkeit des Rathauses zu kämpfen. Die Arbeitsbedingungen werden aufgrund des Gebäudezustandes zunehmend schlechter. Aus diesem Grund denkt die Verwaltung bereits seit mehreren Jahren über eine Generalsanierung oder einen Neubau des Verwaltungsgebäudes nach. In den Plänen der
Verbandsgemeinde sind jedoch keine Büro- und Lagerflächen für die Verbandsgemeindewerke vorgesehen, so dass sich hieraus die Notwendigkeit eigener Planungen ergeben hat.
Auch mit der Stadt Simmern wurden – entgegen der Darstellung in dem Artikel vom 26.02.2026 - Gespräche bezüglich eines gemeinsamen Neubaus oder dem Ankauf eines Gebäudes für den städtischen Bauhof und die Verbandsgemeindewerke geführt. Geeignete Bestandsgebäude wurden bisher nicht gefunden.
Der Verbandsgemeinderat hat daher in der Sitzung vom 03.07.2025 einstimmig beschlossen, ein Grundstück im Industriegebiet Simmern anzukaufen, mit dem Ziel, dort ein Verwaltungs- und Betriebsgebäude, einschließlich eines Lagers und einer Werkstatt für die Verbandsgemeindewerke zu errichten. Das Grundstück bietet aufgrund der räumlichen Nähe zu dem neu errichteten Hochbehälter II in Simmern viele Vorteile und Synergieeffekte für die Verbandsgemeindewerke.
Zur Grundlagenermittlung und Bedarfsplanung wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Eine detaillierte Planung und belastbare Kostenschätzung liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor. Spätere Baukosten würden anteilig auf die drei Betriebszweige entfallen und über die Nutzungsdauer des Gebäudes verteilt. Die in dem Artikel vom 26.02.2026 vermuteten Auswirkungen auf die Gebühren der Wasserversorgung lassen sich daher nicht seriös berechnen und entbehren jeder Grundlage.
