Gerberschuppen

Das Gerberhandwerk hatte seit dem Mittelalter in Simmern und der ganzen Umgebung eine große Bedeutung. Aus den umliegenden Gemeinden kam die Lohrinde und in Simmern selbst waren die Gerbereibetriebe ansässig. Durch eine kurfürstliche Verordnung von 1768 wurden die Handwerksbetriebe in den Bereich der heutigen Gerbereistraße verlegt. Eine Stadtansicht von 1900 zeigt die Situation. Die Handwerkstradition endete in Simmern in den 1930 er Jahren.

Der kleine Gerberschuppen gehört zu den wenigen baulichen Resten dieses Handwerks. Er diente als kleine Werkstatt und im mittleren Geschoß als Trockenschuppen für die Häute. Über die seitlichen Klappen konnte der Luftzug geregelt werden. Das Gebäude selbst stammt in der Grundsubstanz aus dem 19. Jahrhundert. Im Zuge der Restaurierung des Schuppens in den Jahren 2012-2015 wurde noch eine alte Versatzgruppe entdedeckt, in welcher die Häute gegerbt wurden. Ein weiterer Gerberschuppen gelangte nach der Niederlegung in das Freilichtsmuseum Bad Sobernheim, wo das vorhandene Fachwerk bei einem verheerenden Brand des Hausdepots leider vernichtet wurde.

Die Einrichtung erfolgt nach Fertigstellung der Baumaßnahme.

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